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Der nachfolgend beschriebene Fahrsimulator ist für diagnostische und
therapeutische Zwecke in Reha Centern vorgesehen.
Die Leistungsmerkmale entsprechen dem Fahrsimulator der Anfang 2007 für das
REHAZENTER Luxembourg Kirchberg realisiert wurde.
http://www.rehazenter.lu/fr/medical/explorations_fonctionnelles
http://www.rehazenter.lu/fr/medical/neurologie/cellule_luxembourgeoise
Fahrsimulator
mit Handicapausstattung
Fahrstand
Der Fahrstand erhält das Interieur eines von
Auftraggeber gewünschten Fahrzeuges. Alle für die Simulationsfahrt notwendigen
Bedienungs- und Anzeigeelemente sind funktionsfähig. Lenkrad, Pedale, und Sitz
entsprechen soweit möglich und sinnvoll dem Original, werden aber aufgrund der
Handicapausstattung modifiziert oder durch gleichwertige Fahrzeugteile bzw.
Spezialzubehör ergänzt oder ersetzt. Die Basisversion ist mit der Nachbildung eines
Automatikgetriebes angeboten. Hebelgestaltung und Funktion entsprechen dem Original. Wenn
gewünscht, wird optional ein zusätzliches Schaltgetriebe mit Arretierung des
zusätzlichen Kupplungspedals geliefert.
Der Fahrstand hat folgende Maße:
Breite: < 1000 mm
Länge: < 2200 mm
Höhe: < 1100 mm
Gewicht: < 250 kg,
Der Fahrstand erhält folgende Handicapausstattung:
Originalsitz (manuell verstellbar) inklusive
verlängerte Sitzschienen, diese entsprechend handelsüblicher Handicapausstattung.
Startknopf rechts und links als Drucktaste
ausgeführt . Gaspedal wahlweise links und rechts aufsteckbar
Aufsteckbare Pedalabdeckung für das
Bremspedal
Handbedienung Gas und Bremse mit rechter
oder linker Hand durch Druck- Schubsystem. Die Hebel sind rechts und links neben/ neben
dem Lenkrad positioniert. Das System ist auch als Bremshebel nutzbar.
Elektronischer Handgasring im Lenkrad. Die
Übertragung der Signale erfolgt per Funk. Der Gasring ist herausnehmbar. Die Halterungen
auf dem Lenkrad sind variabel nutz- bar. Daran können der Lenkraddrehknopf links und
rechts sowie die Lenkraddrehgabel oder Dreizack befestigt werden. Dieses System ist ein
Originalteil für Handikapausstattung.
Joystickbedienung für Gas, Bremse und
Lenkung. Angeordnet auf speziellen, klappba- ren Armlehnen am Fahrersitz mit Aufnahme für
Joystick, steckbar rechts oder links.
Lenkraddrehknopf abnehmbar mit
Bediensatellit für elektrische Funktionen wie Blinker, Licht, Hupe, Warnblinker. Der
Bediensatellit ist direkt am Drehknopf positioniert, somit beim Lenken immer in der
gleichen Fingerposition, Drehknopf links und rechts aufsteck- bar.
Drehknopf, Drehgabel und Dreizack
(Tetragabel) für variablen Einsatz, Befestigung durch Einstecken in die Halterung am
Lenkrad.
Aufsteckbare Pedalverlängerung einstellbar
in Länge (ca. 80 mm) und Neigung
4Punkt Sicherheitsgurt
Aufsteckbare breite Bremspedalköpfe
Bilderzeugung, Steuerung, Bedienung,
Rechnerausstattung
Es werden insgesamt vier PC geliefert die die Simulationssteuerung, die
Erzeugung der virtuellen Außensichtsimulation und die Lenkung der Fremdfahrzeuge in der
Szene übernehmen. Es handelt sich um handelsübliche Hochleistungs-PC nach
Industriestandard mit 19" Gehäuse im Rack-Aufbau. Mitgeliefert wird das Steuerpult
des Therapeuten mit 19" Flachbildschirm, Tastatur und Maus. Ein Laserdrucker
ermöglicht den Ausdruck der Auswertungsergebnisse.
Bilddarstellung
Es werden drei TFT Bildschirme der Größe 32" (Diagonale ca. 80 cm), je
im Winkel von 1200, vor dem Fahrstand positioniert. Die Bildschirme stellen je
im Format 16 : 9 die virtuelle Außensichtsimulation mit einer Bildauflösung von je 1366
x 768 Pixel dar. Der Frontbildschirm in Verbindung mit den unmittelbar angrenzenden
Bildschirmen halb links und halb rechts, erfüllt aus der Position des Fahrers eine 1800
Sichtdarstellung, vom rechtem bis zum linken Schulterblick.
Der linke Bildschirm ist zum Einsteigen nach links schwenkbar.
Einsteigestellung und Fahrstellung haben je einen Rastpunkt, der den Schwenkmechanismus in
der jeweiligen Endlage fixiert. Die
Bildschirme sind nicht am Fahrstand befestigt, sondern haben eigene Träger. Dadurch wird
der Transport und die Montage der Komponenten erleichtert. Anstelle der Flachbildschirme
kann optional auch eine Projektion realisiert werden.
Programme, Software
1.
Basistraining:
Diese Lektion besteht aus drei Teilen. Zunächst wird die korrekte Benutzung
der Bedienungselemente erklärt, geübt und geprüft. Dazu erhält der Proband auf dem
Monitor des Simulators entsprechende Anweisungen, wie er z. B. den Blinker zu betätigen,
einen bestimmten Gang einzulegen oder die Handbremse zu betätigen hat. Danach im zweiten
Teil müssen diese Handlungen nach Anweisung (Sprachausgabe des Simulators) geübt wer-
den. Fehler werden ggf. kommentiert und die richtige Handlung wird noch einmal erklärt.
In der dritten Phase wird die korrekte Ausführung der Bedienungshandlungen geprüft.
Fehlbedienung oder Überschreitung der vorgegebenen Zeit wird als Fehler registriert und
in einem Protokoll auf dem Bildschirm dargestellt. Die Reaktionszeiten sind vom
Therapeuten in Stufen einstellbar.
Ebenso sollen in dieser Lektion Grundfahrübungen trainiert werden.
Dazu gehören das Anfahren, Beschleunigen und Zielbremsübungen.
Diese Lektion dauert ca. 10 bis 15 Minuten je nach Notwendigkeit von
Wiederholungen
oder Erklärungen. Die Übungen können jederzeit abgebrochen oder neu
gestartet werden.
2.
Freies
Fahren:
In dieser Lektion kann der Patient sich nach eigenem Belieben oder auf
Anweisung des Therapeuten frei durch das virtuelle Straßennetz bewegen. Das schafft
einerseits die Möglichkeit sich an den Simulator zu gewöhnen, andererseits kann der
Therapeut gezielt Defizite des Patienten herausfinden, diese aufgreifen um das richtige
Verhalten individuell zu erläutern und direkt zu üben. Das gesamte Straßennetz der
Landstraße, Autobahn und Stadtfahrt steht zur Verfügung.
3.
Prüfung
der Geradeausfahrt:
Die Übung besteht darin, bei einer Überlandfahrt der Straße korrekt zu
folgen. Gemessen wird wie oft der Patient einen voreingestellten "Korridor"
verläßt und bedenklich dicht an den Rand oder an den Mittelstreifen fährt oder diese
überschreitet.
4.
Stadtfahrt:
Die Datenbasis der Stadtfahrt umfaßt ca. 20 km Straßen über einem Bereich
von ca. 2 x 2 km. Es gibt über 60 Kreuzungen davon mehrere mit unterschiedlichen
Kreisverkehren, oder Kreuzungen werden durch Ampeln geregelt. Andere Kreuzungen werden
durch Vorfahrtszeichen geregelt. Es gibt über 150 Verkehrszeichen und 50
Straßenmarkierungen. Der Schwierigkeitsgrad wird stufenweise durch Auswahl einer
geringen, mittleren oder hohen Verkehrsdichte gesteigert.
Es sollen Verkehrszeichen während der Fahrt erkannt und die Handlungen
darauf eingerichtet werden.
fahren auf der rechten Seite mit richtigem Seitenabstand und Beachtung
unterschiedlichen Höchstgeschwindigkeiten (50 und 70 km/h wechselnd)
in Fahrtrichtung geparkte Autos mit
entgegenkommenden Verkehr
Lenkverhalten beim Abbiegen links und rechts
Abknickende Vorfahrt
Vorfahrtübungen an Kreuzungen mit
wechselnden Verkehrsteilnehmern von rechts, links oder vorne, sowie Link- Rechtsabbieger.
Verhalten in Einbahnstraßen inkl. Einordnen
beim Linksabbiegen
Verhalten an Fußgängerüberwegen
Verhalten bei Ampeln die ein- oder
ausgeschaltet sind
fahren um parkende Autogruppen
5.
Überlandfahrt:
Die Fahrten beginnen außerhalb der Stadt und führen über Kreisverkehre in
die Vorstadt. Dabei wird der Schwierigkeitsgrad von leicht auf schwierig gesteigert.
Zunächst soll an der ersten Ausfahrt des Kreisverkehrs abgebogen werden, später an der
zweiten oder dritten Ausfahrt. Auch die Verkehrsdichte wird schrittweise erhöht.
6.
Autobahnfahrt:
Das Verhalten auf der Autobahn wie Einfädeln oder das Ausfahren sowie
Überholen wird trainiert. Es handelt sich um unterschiedliche Ein- und Ausfahrten auf den
korrekt be- schleunigt oder verzögert werden muß und die Richtungsanzeigen zu bedienen
sind. Der Schwierigkeitsgrad wird durch Variation der Verkehrsdichte wiederum von einfach
bis schwierig, mit viel Verkehr, gesteigert. Auch Stausituationen treten auf oder andere,
forsch fahrende oder drängelnde Verkehrsteilnehmer behindern die Simulationsfahrt.
Auswertung
Während des Tests werden die folgenden Bewertungen vorgenommen:
Vigilanz bei Bedienungsübungen
Sicherheitsabstand während des Fahrens
Koordinierter Umgang mit den Pedalen und
Handbremse beim Anfahren am Berg
Fähigkeit Ereignisse von links oder rechts
kommend aufzunehmen, dieses z. B. bei Straßeneinmündungen mit rechts vor links Regelung.
Patienten mit einseitiger Gesichtsfeldeingrenzung werden ihr signifikantes Fehlverhalten
erkennen lassen.
Richtiges Verhalten bei
Verkehrszeichen/-regeln
Einhaltung der Geschwindigkeit
Spurhaltung / Spurwahl/ Einordnen
Das Protokoll kann ausgedruckt werden. |